May 31, 2016

Galgenhumor...


Ich habe schon mal erzählt, wie nach einem der verschiedenen "Vörfälle" der Tierarzt voll des Lobes für die kleine Ratte war und wie er der Jungen Dame mit Enthusiasmus vorschwärmte, wie einzigartig diese Ratte doch sei, die sie da hatte. Tatsächlich hatte das kleine Tier keinen einzigen Laut von sich gegeben - so wie es so ziemlich alle anderen Ratten für gewönlich getan hätten - und schon gar nicht hatte sie damit begonnen, so laut wie sie nur konnte zu schreien und zu schimpfen, obwohl er ihr gerade eine beachtliche Spritze verpasst hatte. Die Junge Dame erzählte mir wiederum, was sie vom Tierarzt zu hören bekommen hatte, und sie erzählte mir davon auf diese Art und Weise, die mein Herz jedesmal zu berühren vermochte, diese Art von der ich nicht genug bekommen konnte die es mir so unglaublich einfach macht sie zu lieben, diese Mischung aus Wärme, Begeisterung, Stolz und Freude die mir schlussendlich immer das Gefühl gab, sie habe ein Herz so gross, dass wenn es ihr gut ging sie am liebsten die ganze Welt darin aufnehmen würde.

Jedenfalls, hatten wir gerade diesen oder einen ähnlichen "zufälligen Vorfall" hinter uns gebracht, ich hatte wieder einmal eine Spritze verpasst bekommen und meine Schreie unterdrückt, ich hatte wieder einmal ein paar Schläge auf den Deckel bekommen, meine Wut zuerst beherrscht und dann überwunden, ich hatte meine Aufmerksamkeit wieder weg von den Sachen ohne jegliche Relevanz gelenkt und mein Herz wieder empfänglich für Gutes und Aufbauendes gemacht, da sagte ich zur Jungen Dame folgenden Satz, um ihr damit meine Meinung über all diese "Vorfälle", die unseren Weg so voller Hindernisse machten mitzuteilen und das Thema damit hoffentlich abzuschliessen: "Man möchte mir unbedingt irgendeine Paranoia unterjubeln, doch ich habe ganz einfach keine fixe Paranoia." Die Junge Dame darauf: "Tatsächlich..." Wiedermal war jetzt, trotz der äusserst geringen Anzahl Wörter die wir dazu benötigten, alles gesagt, was wir für klare Verhältnisse zu sagen hatten. Dieses Phänomen zwischen der Jungen Dame und mir finde ich heute noch bemerkenswert, besonders wenn man bedenkt, dass wir uns zu diesem Zeitpunkt eigentlich erst seit einigen wenigen Tagen kannten und eigentlich noch nie etwas wie eine offene, spontane, unzensurierte Unterhaltung über uns beiden führen durften, darüber was diese Begegnung in uns auslöste und was wir dabei fühlten. Wenn überhaupt, dann durfte derartiges keinesfalls ohne "Umschweife" ausgedrückt werden: wenn überhaupt, dann sprach sie höchstens von sich und sonst jemand der stellvertretend für mich stand (hatte ich "Glück", dann erzählte sie davon wie sie ihre Ratte liebte, hatte ich aber an dem Tag "Pech", dann musste ich zuhören wie sie mir von der Liebe zwischen ihr und ihrem neuen alten "Freund" Joe Trash Abfall schwärmte, und mich darüber freuen, dass sie zwar von ihm sprach aber eigentlich mich meinte... doch dies ist vielleicht eine andere Geschichte. Ich erzähle dies nur damit man vielleicht überhaupt einigermassen verstehen kann, wie unglaublich die Kommunikation funktionierte, obwohl alles getan wurde um genau dies zu verunmöglichen. Doch, anstatt uns durch die Komplexität der abstrusen Vorgaben hin zu etwas drängen liessen, was wir selbst dann nicht mehr hätten handhaben können, kehrten wir intuitiv das Ganze ins Gegenteil um und praktizierten minimalistische Einfachheit versteckt in einer ganzen Flut unsinniger Ausgeburten von Wahn, ausgerechnet des Wahns dieser Ärzteschaft, die eigentlich die Aufgabe hätte, uns in unserem Genesungsprozess zu unterstützen wenn nicht sogar zu führen...! Und trotz der ganzen Scheisse, die man mit uns und um uns herum veranstaltete, hatten wir beide das Glück, uns auf unsere Intuition verlassen zu können einige wenige Worte zu benötigen, um auch sehr komplexe Themen ohne jegliche Missverständnisse bewältigen zu können. Welche grossartige Begegnung...! Welch eine Art sich ganz von Anfang an zu verstehen, eigentlich schon fast besser ohne Worte als mit. Tatsächlich... Und Punkt!

Ich finde diese Geschichte so beeindruckend, weil im Grunde der Gedanke, jemand wolle mir unbedingt eine "PARANOIA" unterjubeln oder dafür sorgen, dass paranoide Gedanke in mir entstehen würde und mich mit der Zeit möglichst auffressen würden, der Inbegriff einer "Paranoia" sein sollte. Und ausgerechnet dieser Gedanke und die Bemerkung, ich hätte dieses Spiel durschaut und würde mich nicht davon beseigen lassen, ausgerechnet eine derartig vollendete Form paranoider Abgründe reichte um zwsichen der Jungen Dame und mir unmissverständlich kommunizieren zu können und um auszudrücken, man wäre zusammen in der Lage, über dieser Ebene zu stehen und sich nicht auf diese Spiele einzulassen, obwohl um uns herum viel unternommen wurde um genau dies zu erreichen. Und dass die Junge Dame auf einen eigentlich derart abstrusen Gedanken ganz einfach und somit mit absoluter Klarheit "Tatsächlich" antwortete, wo unter "normalen" Umständen so ziemlich jede andere Reaktion zu erwarten gewesen wäre ausser ausgerechnet diese eine, normalerweise hätte man auf eine solche Äusserung zumindest ein fragender und verunsicherter Blick erwarten können, gerade diese unglaubliche Fähigkeit die wir hatten uns zu verständigen mit einem absoluten Minimum an notwendiger Kommunikation, fasziniert mich heute noch genau so wie es damals der Fall war.

Auf dich, meine Heldin, und der Grösse die du angesichts derart komplizierter Vorgänge hervorbringen konntest.
Und auf uns, meine Heldin, und der Klarheit unserer Herzen und den wenigen Worten die solch Herzen benötigen um Probleme "TATSÄCHLICH" aus der Welt zu schaffen, mögen die sich als noch so hartnäckig erweisen...


Doch was habe ich gerade von all dem? Nicht viel, denn die Fähigkeit, sich von den Abgründen fern zu halten, die andere für uns aufgetan haben und in die sie uns möchten stürzen sehen, bewahrt uns nicht davor, von den selben Leuten mit um so grösserer Wut und Entschlossenheit ans Kreuz gehängt zu werden. Und wenn man einmal in diese Situation geraten ist, gibt es vielleicht nur noch eine Sache die uns bleibt, um unseren Peinigern unsere moralische Überlegenheit vor Augen zu halten und sie damit, trotz ihrem eventuellen Sieg über unsere Person, als wahre Verlierer dastehen zu lassen: HUMOR.

Humor, Galgenhumor, Sarkasmus. Selbst in der Niederlage, die uns aufgezwungen wurde und der wir uns nicht zu entziehen vermochten, werden wir die moralische Gewinner sein und uns über die Versessenheit, mit der sie uns bekämpft haben, mockieren und sie deswegen auslachen und ins Lächerliche ziehen, denn nichts anderes sind sie, wenn sie tatschächlich meinen es nötig zu haben, ausgerechnet zwei wie wir fertig machen zu müssen: LÄCHERLICH.

Dann bleibt zwar nur noch Galgenhumor, nichtdestotrotz aber HUMOR.


Always Look on the Bright Side of Life  ==  Monty Python's Life of Brian






February 26, 2016

noch eine Welt in einer Kugel



Bild von M.C. Escher

Bevor ich dieses Bild von M.C. Escher zum ersten Mal sah, hatte ich (nicht zuletzt durch den Einfluss von THC) die äusserst spannende und verblüffende Entdeckung gemacht, dass sich in der Pupille meines Gegenübers, im Spiegel über dem Waschbecken im Badezimmer, haargenau das Bild abzeichnete was ich selbst im Fokus meines Blickfeldes hatte, und drum herum in der Iris das übrige Bild zu sehen war, eine genaue Kopie meines gesamten Blickfelds. Die Spiegelbilder sind duplikate des eigenen Sehens, in Echtzeit. Probieren um zu glauben...! Dieser Sachverhalt erforderte eine mehrstündige und vertiefende Erforschung. All dies geschah lange lange bevor meine ganze Welt zur Grösse einer Pupille schrumpfen sollte, doch dies ist eine andere Geschichte. Nun, da ich einige Freunde über die gemachte Entdeckung informierte, starrten (im Laufe dieser Woche in den 80er Jahren im Süd-Tessin) eine ganze Anzahl Typen aussergewönlich lange in den Badezimmerspiegel, und dort in die eigene Pupille, um darin die virtuelle Nachbildung dieser sogenannten "Realität" zu begutachten...


Falls sich jemand dabei zu dumm vorkommen sollte, könnte es hilfreich sein daran zu denken, dass auch Persönlichkeiten vom Kaliber zum Beispiel eines M.C. Escher dasselbe getan haben. Und ich bin mir sicher, C.G. Jung hat es auch getan, und, falls nicht, auch nur weil ihm niemand von meiner Entdeckung hatte erzählen können...



Bild von M.C. Escher

February 11, 2016

HELP is on the way


Ich hatte mal zur Jungen Dame gesagt, wenn das alles hinter uns liege, wenn wir diese ganze Geschichte endlich hinter uns haben werden, dann würde ich irgendwann den Chemical Brothers schreiben. Und ich sagte, ich würde die Welt nicht mehr verstehen, wenn ich überhaupt keine Reaktion auf mein Schreiben bekommen würde. Dies ist nun praktisch 8 Jahre her und die "Geschichte" ist noch lange nicht vorüber, also habe ich bis heute nicht den Chemical Brothers geschrieben. Nicht desto trotz könnte es vielleicht sein, dass ich schon die eine oder andere Antwort der Chemicals erhalten habe. Vielleicht ist sogar das neue Albums als Antwort benannt worden. Vielleicht habe nicht nur ich, sondern auch die Junge Dame einige Winks der Chemicals erhalten... Vielleicht ist es aber auch nur das Echo vergangener Gedankengänge, aus denen neue Welten entsanten sind, neue Universen. Oder vielleicht ist es auch nur wieder einmal mein Wahn, der mich auf so Ideen kommen lässt... Wer weiss das schon genau?


Wie auch immer, meine Prinzessin, dieses Video gehört auch zu denen die so perfekt zu uns passen... Aus 2 (kaputten) mach 1 (funktionierend). Oder 2 funktionierende. Wenn nicht sogar einen "Super"-Organismus. Oder vielleicht eine Art "Übermenschen"? Oder so. Oder so änlich...
Und das alles haben wir selbst dann geleistet, als 3 Typen hinter uns her waren und es auf uns abgesehen hatten. Oder vielleicht, ganz entgegen deren Absichten, konnten wir uns unserer Fähigkeiten umso schneller und klarer bewusst werden, gerade weil sie es auf uns abgesehen hatten und wir in grosse Bedrängnis geraten waren. Somit hätten die 3 Wahnaffen mit zu unserem Erfolg beigetragen, anstatt uns fertig zu machen wie sie es eigentlich vorhatten. Ist das nicht eine mehr als köstliche Ironie des Schicksals?
Wie bitte? Du fragst nach den Lyrics? Ja... Ich erinnere mich: auch schon in der Harten Klinik sind wir Lyrics durchgegagen, um diese an unserer Stelle sprechen zu lassen und so miteinander zu kommunizieren und jegliche Form von Zensur zu umgehen. Die Lyrics passen sowieso, seit inzwischen schon 8 Jahren...!


Sometimes I feel so deserted  ==  The Chemical Brothers

And sometimes you feel so deserted
But I hold on 'cause help is on the way
And sometimes you feel so deserted
But I hold on 'cause help is on the way

And sometimes...



HELP, where are you? I bet you missed the train, didn't you?
But, I still hold on 'cause YOU must be on the way...





Ein neues Album! "Born in the Echoes": anders, experimentell, teils grandios und teils unerwartet... Mit einem binären Cover noch dazu! Ganz in schwarz/weiss, wie es den Wahntüten in der Harten Klinik so zu gefallen scheint. Und, weil so ein Cover (ganz in Einklang mit DSM-5) auch schon im Rahmen einer allfälligen Ferndiagnose klar und ganz ohne Raum für Spekulationen oder Zweifel als "Bipolar" spezifiziert werden soll und muss, gibt es praktischerweise auch noch das Negativ dazu mitgeliefert, am gegenüber liegenden Pol der CD-Hülle.

Coole Sache: 20 Jahre der Weiterentwicklung, des Enthusiasmus und der Fantasie! Und 20 Jahre ohne in die Banalisierung oder in die Routine getappt zu sein noch dazu: Respekt dafür! Grossen Respekt!
Auf hoffentlich weitere 20...!




Bild: "The Chemical Brothers"  //  Autor: Unbekannt


I still love these 2 guys...

February 08, 2016

Be careful with each other...


... because they believe, the truth can be adjusted. They believe it and they do it!


Oder, um es mit "Wonders of the Deep" von "The Chemical Brothers" zu sagen:
"Look after your brothers and sisters,
'cause they need you,
they need each other."

Mehr dazu aber später. Zuerst...


An alle wahnhaften Filmeliebhaber in der Psychiatrie, aber auch an denen in der Bundespolizei, der Bundesanswaltschaft, den Geheimdiensten und was es sonst noch alles gibt an staatlichen Institutionen die missbräuchlicherweise meine grundlegensten Menschenrechte nicht respektieren könnten: Ich habe einen Film-Tipp für euch!!!

Dieser Film (mit dem modernen Anti-Helden George Clooney als Michael Raymond Clayton, meinem Helden Tom Wilkinson als Arthur Edens und Figur Tilda Swinton als tragische aber nicht zu bemittleidende Figur Karen Crowder) hat so ziemlich alles, wirklich... Es gibt da das Thema des Wahns und der Zwangseinweisung in die geschlossene Psychiatrie, das Thema der Grosskonzerne die Schindluder treiben, die Verharmlosung eines Moleküls und seine zerstörerische Kraft, der orchestrierte Missbrauch des Justizsystems durch Grosskonzerne und ihre Anwälte, die Geldgier, die Verdrehung der Wahrheit, die Ausbeutung von Menschen, die Freundschaft (oder was noch davon übrig sein kann in einem so entfremdeten Umfeld wie die Anwaltskanzlei eines grossen Agrar- und Chemiekonzern), 3 Pferde die dem Protagonisten das Leben retten, eine komplett durchgeknallte Frau die Amok läuft, ex Geheimdienst-Agenten die nun als Söldner arbeiten und für Geld so ziemlich alles bereit sind zu tun, die durch die durchgeknallte Frau selber ausser Rand und Band geraten und dann auch so ziemlich alles anstellen (inklusive einen Mord und einen versuchten Mord)...

Dann ist da noch der Ausgangspunkt der ganzen Geschichte: Das Erwachen, die Offenbarung, die Weigerung dem falschen System weiterhin zu dienen, der Unterdrückung und Ausbeutung ein Ende setzen zu wollen. Und das Thema der Liebe, nicht der romantischen Liebe, sondern der Liebe zum Mitmenschen, ausgelöst durch die junge unschuldige Frau die dem alten Hasen die Augen öffnet und alles in einem neuen Licht erscheinen lässt.

Zugegeben, der Film ist nicht was man grosses Kino nennen könnte, doch der Monolog zu Beginn des Films ist einfach einsame Spitze! Der Film mag vielleicht kein Meisterwerk sein, dies aber passt auch wieder bestens zu euch...

Wie der Film heisst? Michael Clayton.

Aber eigentlich solltet ihr das doch schon wissen, nicht war? ;-) So wie der Kanzlei-Boss wusste, dass Arthur Edens mit der jungen Frau telefoniert hatte. Der englische Teaser ist sogar noch viel bezeichnender für Vieles, wie es in der heutigen Welt gehandhabt wird: The truth can be adjusted (siehe zum Beispiel das Bienensterben oder die Ertragsrückgänge der Bauern im amerikanischen Middle West und Konzerne wie Monsanto oder Syngenta, oder meine wahre psychiatrische Geschichte und meine psychiatrische Akte, oder die vermeintliche Verteidigung der Demokratie und das Gebaren der Geheimdienste, und so weiter und so fort – diese Liste könnte in der heutigen Welt sehr sehr lange werden, ohne die geringste Recherche zu benötigen, schon nur mit dem gewönlichen Allgemeinwissen...)



Ich kann euch allen, ihr Wahnmatratzen, diesen Film wärmstens empfehlen. Und schaut ihn euch ja bis zum Schluss an. Obwohl mein Held sterben muss, wird dennoch die Gerechtigkeit siegen, und nicht zu knapp. Zieht euch das rein und denkt dabei dran: Ihr werdet auch noch an der Reihe sein!!! Es wird immer jemand da sein der gerade aufgewacht ist... Und dieser Jemand wird nicht alleine sein: er wird andere Jemand finden, sie werden sich zusammen tun und für ihre Rechte kämpfen!!! Oder, wie ein schöner Poster es sagt:
Be careful with each other
so you can be dangerous together.





Michael Clayton schafft es nicht, Arthur Edens zur Hilfe zu kommen. Doch sein Tod soll nicht um sonst gewesen sein, denn Clayton wird dessen Werk vollenden und Anna dabei helfen, ihre Rechte zu erkämpfen, zusammen mit allen Geschädigten.

Be careful with each other, denn wenn ein Mal Shiva, der Gott des Todes, auf den Plan tritt, dann bleibt kein Stein auf dem andern und man sollte lieber jemanden an seiner Seite haben, mit dem man sich durch die schwierige Zeit kämpfen will und auf dessen Hilfe man immer zählen kann.


Und für euch sontigen Wahnpfosten habe ich in Kürze weitere Film-Tipps, die auch sehr gut zu unserem kleinen "Techtelmechtel" passen... Also bis gleich, ihr Wahnaffen...