December 15, 2013

3. Advent für Dritte

 

Während ich mich nun im Community College mit so mancher Schwierigkeit rumschlagen muss, wird mir wieder einmal klar, dass gewisse Leute wirklich eine sehr sehr deutliche Sprache benötigen, um das ihnen Mitgeteilte auch wirklich verstehen zu können. So bleibt mir auch in dieser Weihnachtszeit nichts anderes übrig als mich zu wiederholen, um mich aber hoffentlich auch zu verdeutlichen.


Take A Bow  ==  Muse

Corrupt
You're corrupt
Bring corruption to all that you touch
Hold
You behold
And beholden for all that you've done
And spin
Cast a spell
Cast a spell on the country you run
And risk
You will risk
You will risk all their lives and their souls

And burn
You will burn
You will burn in hell, yeah you'll burn in hell
You'll burn in hell
Yeah you'll burn in hell
For your sins

And our freedom's consuming itself
What we've become
It's contrary to what we want

Take a bow

Death
You bring death, and destruction to all that you touch
Pay
You must pay
You must pay for your crimes against the earth
Yeah hex
Feed the hex
Feed the hex on the country you love

Now beg
You will beg
You will beg for their lives and their souls

Now burn
You will burn
You will burn in hell, yeah you'll burn in hell
You'll burn in hell
Yeah you'll burn in hell
You'll burn in hell
Yeah you'll burn in hell
For your sins





Und wie gut hier doch unser lieber Charlie Chaplin passt, mit seiner Schlussrede aus dem Film "The Great Dictator?" Ich kann mir keine passendere Worte vorstellen, in dieser Weihnachtszeit wie ich sie gerade erlebe, in meiner ganz persönlichen Umwelt-Arena im Rahmen meines ganz persönlichen Community College...

 
 

December 08, 2013

2. Advent für (vermeintliche) Zwei

 

Vor inzwischen bald 6 Jahre (6 JAHRE! Ich kann es kaum glauben, selbst wenn ich es gerade geschrieben habe und weiss, dass die Zahl den Tatsachen entspricht... Ich kann es kaum glauben, obwohl ich diese nicht real wirkende 6 Jahre selbst erlebt habe und immer noch am erleben, oder viel mehr am überleben bin...), spazierte ich an der Seite der Jungen Dame am einem sonnigen Winter-Nachmittag durch die Ortschaft in der sich die Harte Klinik befindet. Es wahr ziemlich genau ab diesem Zeitpunkt, dass ich, mit nicht wenig Überraschung, begann zu realisieren. Und im Laufe der nächsten 48 Std. sollte ich mir darüber völlig im Klaren werden: Nicht nur war ich gerade dabei, mit knapp der Geschwindigkeit des Lichts mich zu verlieben, nein, der Jungen Dame geschah so ziemlich das Selbe wie mir! Es war Magie. Ich sage es und meine es auch so. Und ich bin mir bewusst, wie abgedroschen dies tönt, wie klischeemässig. Doch es war Magie in der Luft...

Wie sonst könnte ich die Ereignisse damals einordnen? Wir beide an einem der trostlosesten Orten die man sich auf dieser Welt überhaupt vorstellen kann, dazu noch beide freiwillig, aus "eigenen Stücken" dort, und jeder von uns so richtig tief in einer schweren, lebensverändernden Krise steckend, jeder weit weit weg von der Welt und vom Leben. Und dann, plötzlich, quasi wörtlich "über Nacht" treffen diese zwei gequälten Seelen aufeinander und innert weniger Stunden erkennen sie ineinander die jeweilige 2. Hälfte. Magie ist hier mit im Spiel, wenn entgegen jeglicher Wahrscheinlichkeit die Liebe zum Vorschein kommt. Und, obwohl dies alles mit einem Tempo geschieht bei dem jedem Beobachter nur noch schwindlig werden kann, obwohl all die "vernünftigen" Doktoren hier mit absoluter Gewissheit wieder einmal Verdrängung, Realitätsflucht und einen exzessiven Hang zu halsbrecherischen Beziehungen zu erkennen glauben, obwohl selbst der Junge Dame und mir das vorgelegte Tempo als absolut neue und völlig unerwartete Erfahrung zum schmunzeln bringt, ja trotz des Tempos fühlt sich alles richtig an, unkompliziert, natürlich und, bestimmt für mich und wahrscheinlich auch für die Junge Dame (ich bin ja nicht dazu gekommen, sie etwas fragen zu können, nicht Wahr?), noch mehr als alles andere von lupenreiner Klarheit inmitten eines Lebenlaufs welches gerade kaotischer und undurchdringlicher nicht hätte sein können. Ja, Magie ist hier mit im Spiel: Die Magie der Klarheit im Chaos, die Magie eines plötzlich zur Ruhe gekommenen Herzens, mitten in einem bis anhin endlos erscheinenden Martyriums, die Magie des Klang des Windes wo gerade noch tausend hässliche Stimmen schreiend Antworten verlangten auf Fragen die sich nicht stellen liesen, die Magie der Wiederbegegnung mit einer Seele die man besser als sich selbst kennt und von der man aber nicht die geringste Erinnerung hatte...


So kam es, dass ich an diesem schönen Tag einen dummen Spass machte und sie fragte, was wir nun mit dem Rest des Nachmittags anfangen wollten. "Wenn uns sonst nichts in den Sinn kommt, hätte ich nichts dagegen ein Zimmer im Hotel dort zu mieten und uns ein Schäferstündchen zu gönnen." Ich hatte es wirklich nicht ernst gemeint und hätte auch niemals mit einem Ja gerechnet. Doch die Antwort, die sie mir gab, hatte ich wirklich nicht erwartet. "Dazu braucht man zu zweit sein!" sagte sie ruhig und unaufgeregt, als hätte sie mir gerade die Lufttemperatur mitgeteilt. Vielleicht kann nun auch jeder Leser besser verstehen was ich damit meine, wenn ich von Magie spreche. Die Junge Dame, die sich gerade Hals über Kopf in mich verliebt hatte gab mir, der sich gerade Hals über Kopf in sie verliebt hatte, eine derart beschissene Antwort auf einen völlig ungschuldigen Witz, den ich gemacht hatte. Und obwohl dies erst ein winzig kleiner Vorgeschmack sein sollte, von vielen anderen beschissenen Antworten und Behauptungen die ich zu hören bekam, liebten wir zwei uns weiter und genossen jede Sekunde zusammen. Ohne ein Wort darüber verschwenden zu müssen konnte sie mir den Messer in die Rippen stossen den man sie gezwungen hatte zu benützen und, noch während sie die Geste vollbrachte, sagte mir ihre Augen dass dies nichts als ein wirklich dummer "Zwischenfall" in einer wirklich dummen und beschissenen Welt war. Noch während ich den brennenden Schmerz und die Wärme des Blutes zu fühlen begann, wusste ich mit schon fast unheimlicher Klarheit, dass aus mir unergründlichen Motiven Tat und Realität nicht zusammen passten.

Magie, eben. Magie zweier Seelen in einer sonst so verdammt beschissenen Welt. Jawohl, so wahr das, damals. Denn es wurde dafür gesorgt, dass nebst der Magie nichts als ein sehr sehr schweres Kreuz übrig blieb. Ein Kreuz für jeden von uns, da es uns nicht einmal erlaubt war, gemeinsam unser Kreuz zu tragen. In dieser, von beschissenen Menschen so grausam gemachten und beschissenen Welt.


Und heute bleibt mir nichts anderes übrig, als mir vermeintliche StellvertreterInnen für die Worte der Jungen Dame zu suchen.
Für einen Dialog muss man zu zweit sein!
IT TAKES TWO.
I just knew.


Heavy Cross  ==  Gossip

It's a cruel cruel world, to face on your own,
A heavy cross, to carry along,
The lights are on, but everyone's gone,
And it's cruel

It's a funny way, to make ends meet,
when the lights are out on every street,
It feels alright, but never complete,
without joy,

I checked you, if it's already been done, undo it,
It takes two, it's up to me and you, to prove it,
On the rainy nights, even the coldest days,
you're moments ago, but seconds away,
The principal of nature, it's true but, it's a cruel world,

We can play it safe, or play it cool,
follow the leader, or make up all the rules,
whatever you want, the choice is yours,
So choose,

I checked you, if it's already been done, undo it,
It takes two, it's up to me and you, to prove it,

I just knew, it's already been done, undo it,
It takes two, it's up to me and you, to prove it,

I checked you, if it's already been done, undo it,
It takes two, it's up to me and you, to prove it,
ei ei ei ei ei, oh oh oh oh oh, ye oh oh,
ei ei ei, oh oh oh oh oh, ye eh, ye eh, ye eh,

I just knew





 
 

December 01, 2013

1. Advent für Einsame

 

While the lyrics of this song have almost become daily business, I listen to it, I pump it up loud and I still hope that one really great day for mankind's evolution they will finally finally realize what our transitory stay on this beautiful planet really could be about and what kind of things will have had at least some tiny relevance at the end of the day, yes I still hope that one great day even all those
(quoting Milla Jovovich)
     Whitewashed liars
     Stupid teachers
     Blinded are these broken dreamers
     Little rulers

will pluck up courage to question their animus, to open their minds and to finally realize what their hearts do long for. Since ever.



Play It  ==  Victory



Until then, I appreciate the name of this album:
"Victory is Music". Yessir...


Hear Milla Jovovich's wonderful song "Don't fade away" on the here linked post "we, our 5th element".

 
 

September 30, 2013

Grenzen der Demokratie (nr.1)

 
Gerade dieser Tage haben verschiedene Länder mit den Grenzen von Demokratie zu kämpfen. Und selbst die UNO wirft rund um das Syrien-Konflikt eine ganze Reihe grundsätzlicher Fragen auf.

In Italien erpresst gerade Silvio Berlusconi die Regierung und das ganze Land, weil ihm durch eine schon so lange überfällige Verurteilung ein Verbot jeglicher politischer Aktivität droht. Zum ersten Mal seit er sich in die Politik flüchtete wurde er rechtskräftig verurteilt und riskiert jeglichen direkten Einfluss auf Gesetz-Gestaltung und stratigesche Ausrichtung der Wirtschafts-Politik aus dem Herz selbst der Macht hinaus zu verlieren. Zum ersten Mal muss er wahrscheinlich unter dem gespenst eines völligen Kontroll-Verlusts zittern. Dabei war ja ausgerechnet ein ähnliches Szenario (die Aussicht auf Verurteilung wegen Steuerhinterziehung und mafiöse Seilschaften sowie anschliessendes Gefängnis) der Auslöser für seinen Entscheid gewesen, in die Politik einzusteigen. Praktisch über Nacht gründete er eine Partei und liess sich in einer von Immunität gesegneten Position wählen. Nun hatte er Blut geleckt und eine Spielwiese gefunden, die es ihm erlaubte seine Talente zum Besten zu Geltung zu bringen.

Er schaffte genau das wovon man immer gemeint hatte, es würde durch wahre Demokratie verunmöglicht werden. Immer öfters müssen wir die auf der ganzen Welt die schmerzhafte Erfahrung machen, dass sich die Idee einer sich immer regulierenden und sich automatisch vor Missbrauch selbst schützende Demokratie als genauso falsch erweisen kann wie diese abstruse Idee eines sich völlig von selbst regulierenden Marktes, der jegliche Art ungerechter Ausbeutung von Arbeitskräfte und exzessiver Selbstbedienungs-Mentalität in den obersten Etagen der grossen Konzerne durch den Druck des Konkurrenz-Mechanismus verbannen würde. Berlusconi schaffte es, sich innerhalb vermeintlicher demokratischer Spielregeln an die Spitze des Landes zu setzen und völlig schamlos Gesetzgebung und Spielregeln nach ganz persönlichen Bedürfnisse zu gestalten. Er schaffte es, der Hälfte der Italiener das Märchen unterzujubeln wonach was für ihn gut sei(ein erfolgreicher und "self-made" Milliardär und Unternehmer) natürlich auch nichts als Gut für das Land zu sein hatte.

Nun kaufte Berlusconi bei Bedarf Stimmen im Parlament unter den Augen der ganzen Welt: Jedermann wusste darüber Bescheid doch niemand konnte etwas dagegen unternehmen. Er reizte so ziemlich jedes Gesetz zur Preväntion von Interessens-Konflikte und Vettern-Wirtschaft bis zum Äussersten aus, und wo ihm dies nicht genug war änderte er ganz einfach das Gesetzt. Seine Rechte Hand im parlamentarischen Prozess war ein Jurist, der der legislativen Versammlung von Mal zu Mal einen pfannenfertigen Gesetzestext unterbreiten konnte, das nur noch durchgewunken werden musste. Dies kann auch Demokratie sein. Oder so.


Weitere Schlachtfelder um die Zukunft von Demokatrie und deren Definition sind zum Beispiel das Haushalts-Budget der USA, wo diesmal die Republikaner zu keinerlei Kompromisse bereit zu sein scheinen in Bezug auf die gerade erst umgesetzten Gesundheits-Reform "Obamacare". Obwohl beider Häuser dieser Reform zugestimmt hatten, obwohl alle juristischen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden und alle bemühten Gerichte die Zulässigkeit des neuen Modells bestätigt hatten, obwohl Obama danach ziemlich klar wiedergewählt wurde und somit seine Politik und ausdrücklich auch diese Reform des Gesundheitswesen, trotz all dieser Tatsachen sind die Republikaner nun fest entschlossen, die ganze Reform rückgängig zu machen, diese grundsätzliche Konzept-Änderung, diesen Dogma-Wechsel (der für die Ewigkeit mit dem Namen von Obama in die Geschichts-Bücher gehen würde) finden sich nun die Republikaner gezwungen zu fall zu bringen — koste es was es wolle!

Ich habe schon von Beginn an gesagt, Obama sei das Beste was Amerika geschehen konnte. Dieser Meinung bin ich heute noch. Dabei möchte ich keineswegs seine Fehlleistungen schönreden oder grundsätzliche Fehlverhalten der USA relativieren. Ich sage nur, kein Präsident hätte dem Land einen besseren Dienst erweisen können und in der Welt einen kleineren Schaden anrichten. Obama ist ein Politiker des "Zusammen", des "Miteinander", des Konsens, der konstruktiven Angehensweise und der gemeinschaftlichen mit Einbezug aller involvierten Parteien Lösungsfindung. Er ist kein Cowboy der mit seinem Namen unbedingt für mindestens einen — möglichst gewonnenen — Krieg stehen muss. Er ist keiner, der entscheidet und im alleingang umsetzt. Nicht umsonst war der Wahlkampf-Slogan "Yes We Can" und nicht "Yes I Can". Aus dem "Yes We Can" wurde "Yes We Scan", doch dies ist eine andere Geschichte, die in 90er des letzten Jahrhundert schon so aktuell war wie heute (erst recht seit es Internet-Browser gibt) und, leider, ging man wiedereinmal zurück zur Tagesordnung, als wäre nichts gewesen. Doch dies ist eine andere Geschichte in dieser ganzen Geschichte. Die Tatsache, dass er so viel weniger erreichen konnte als es ihm und vielen Amerikanern lieb wäre, zeigt wie schwierig und komplex legislativer und exekutiver Prozess in den USA inzwischen geworden sind, wie unglaublich mächtig die verschiedenen Interessens-Gruppen sind, welch mächtige Stimmen das eine oder andere Wörtchen mitzureden haben. Unter solchen Voraussetzungen ist ein Präsident des konstruktiven, gemeinsamen Lösungsfindung wahrlich nicht zu beneiden und prompt hat man Obama mit unglaublichen und unrealistischen Erwartungen zum scheitern vorverurteilt worden. Ganz zu schweigen von den unbegründeten Vorschuss-Lorbeeren... Entweder wir sehen der heutigen Realität ins Auge und gehen realistisch mit der Macht von Militär, NSA, CIA, Pharma-, Waffen-, Nahrungs- Industrie, Finanz-Wirtschaft und Banken, usw. usw. usw. um oder kein Präsident der Zukunft wird je mehr in der Lage sein, grosse Änderungen zum Besseren umzusetzen. Entweder wir beginnen zu akzeptieren, dass es selbst bei den staatlichen Behörden inzwischen (USA genauso wie EU) schon fast zur Regel geworden ist, die Interessen der Konzerne zu schützen und somit (so die Selbst- und Allgemeinheits-Täuschung) eine "gut funktionierende Wirtschaft" zu gewährleisten.

Nun stellt sich also ein Teil der demokratisch gewählten Repräsentanten des amerikanischen Volks stur und droht das ganze Land komplett zu destabilisieren. Dies trotz der möglichen katastrophalen Auswirkungen auf die globale Wirtschaft, die Devisen-Stabilität und vor allem trotz der Tatsache, dass nachweislich so ziemlich niemand im Lande das sie repräsentieren auch nur im entferntestens eine Insolvenz des Staates als mögliches Druckmittel zur Umsetzung gewünschter Ziele in kauf zu nehmen bereit wäre. Doch die politische Klasse scheint dies anders zu sehen. Eine demokratisch erarbeitete und umgesetzte Reform soll nun auf biegen und brechen wieder aus der Welt geschaffen werden. Dies kann auch Demokratie sein. Oder so.


In der Schweiz brodelt es auch immer wieder, wenn es um das Gesundheits-System geht. Und ich bin vor einigen Monaten erschrocken, als ich die Aussagen von SVP-Präsident Toni Brunner hörte. Die Finanzierung des Systems und die Kosten-Entwicklung sind ein Dauer-Thema hierzulande und so befindet sich der verantwortliche Minister seit je her auf einer grossen Baustelle, die wohl nie zu einem Ende finden wird. Kürzlich wurde ein ernsthafter Beitrag zu einer Entschärftung der akutesten Problemen bachab geschickt: Das "Managed Care" Modell wurde mit dem fadenscheinigem Argument der freien Arzt-Wahl geopfert, wobei diese weiterhin gewehrleistet war. Die reale Bremse der Kosten-Explosion wurde lässig in Namen irgendwelcher intransparenten Interessen geopfert. Jedermann weiss inzwischen, dass unser Gesundheits-System unaufhaltsam richtung Kollaps steuert und dennoch wird jede dem Parlament und dem Volk vorgeschlagene Anpassung instrumentalisiert und schlussendlich zu Grabe getragen.

Soweit die Sachlage heute. Nun kommt Toni Brunner und meint, bald sei das Obligatorium der Krankenversicherung aufzuheben, denn das System sei schlicht nicht mehr zu finanzieren. Es sei ihm bewusst, dieses Thema sei heute (noch) nicht mehrheits-fähig und die Partei müsse noch einige Jahre warten müssen, doch früher oder später wird der Moment kommen und die SVP wird bereit sein um all die Menschen zu repräsentieren, die so hohe Monatskosten für die Finanzierung der Krankheiten anderer Menschen nicht mehr zu tolerieren bereit sind. Obwohl die SVP gegen jeglichen Einfluss aus dem Ausland ist, scheint sie bei der Wahl von Themen die sie bewirtschaften möchte recht oft in richtung USA zu schielen... Was dort für die Republikaner funktioniert, wird wohl auch in der kleinen, auf ihre Traditionen bedachte Schweiz ziehen können... Oder, Herr Brunner? Ich glaube, niemand wird in der Schweiz ernsthaft bestreiten wollen, dass die Einführung des Krankenkassen-Obligatoriums und die solidarische Versicherung der ganzen Bevölkerung, mit inbegriffen der am meisten benachteiligten Schichten, eine grosse Errungenschaft von zivilisatorischem Fortschritt gewesen sei. Niemand wird doch AHV und IV ernsthaft in Frage stellen wollen, oder? Doch in diesem Fall, aus völlig unersichtlichen Gründen, fühlt sich die SVP bemüssigt, anstatt nach Lösungen zu suchen und somit gemeinsam mit allen Kräfte und, zugegeben, wie immer im demokratischen Prozess auch zu Kompromisse fähig, für die Erhaltung eines solchen Meilensteins der Zivilisation und der Kultur einzustehen, ganz einfach untätig zu bleiben und in aller Seelenruhe auf den Moment des Kollaps zu warten, um dann als erste politische Kraft auf das Solidaritäts-Prinzip verzichten zu wollen... Eine solche Art zu politisieren, das muss ich ganz ehrlich zugeben, macht mir schon ein bisschen Angst, denn sie ist bereit auf jegliche gemeinschaftliche Errungenschaft zu verzichten, im Namen einer "nicht Realitäts-Fremden" Einschätzung der Lage. Bis es soweit sein wird, fühlt man sich bei der SVP in Sachen Gesundheits-System offensichtlich von jeder Verantwortung entbunden, oder? Auch dies soll demokratie sein. Oder so.



P.S. Schon wieder schimpfe ich über die SVP... An dieser Stelle möchte ich nur kurz anmerken, dass ich letztens auch wiederholt von einigen Repräsentanten dieser Partei sehr positiv überrascht wurde, darunter zum Beispiel This Jenny, Christoph Blocher und andere. Ich hoffe dennoch, ich komme demnächst dazu, über diese Fälle zu schreiben und über die Notwendigkeit, eine Kraft wie die SVP zu haben. Ich bin der Meinung, dass die Schweiz durchaus das eine oder andere wirklich der SVP zu verdanken hat und dies oft gerade dann, wenn sie zuerst vielleicht die einzige Kraft ist, die sich traut eine Position zu unterstützen, entgegen aller anderer Parteien. Leider ist hier aber fast immer auch schon das Ende der Fahnenstange erreicht, wenn es um konstruktive Gestaltung des Zusammenlebens geht. Ich hoffe aber, dass ich sie in Zukunft nicht allzu oft werde loben können, denn dies würde ein systematisches Versagen anderer Kräfte bedeuten. Und auch dies soll demokratie sein. Oder so.