25 June 2013

meine Vergangenheit will nicht vergehen

 
Was mich so unglaublich wütend gemacht hat und mir selbst heute noch Schmerz und Aggressivität beschert, was ich nach der Eskalation der Konflikte in der Harten Klinik ziemlich schnell geahnt hatte und während einer gefühlten halben Unendlichkeit einfach in der schrecklichen Unmenschlichkeit der schlichten Realität nicht für möglich gehalten habe, was ich bis heute noch als wucherndes, mich nicht loslassendes und dennoch nicht zu fassendes Geschwür aus Vorwurf und Vernichtung von Sozialkompetenzen empfinde, was ich in mehr als 5 Jahre nicht zu überwinden schaffte, was mich viel zu viel ausmacht doch nichts gutes übriglässt, was mich ohne die Liebe und Unterstützung einiger wenigen Menschen schon längst zerstört hätte, was ich fühle und erahne und leider nicht auf Augenhöhe in einem fairen Duell bekämpfen kann, was ich eigentlich, wie eine unheilvolle Erkrankung, möglichst weit weg von mir verdrängen würde und sich irgendwann nicht mehr verleugnen lässt, was mich bei jeder kleinsten und flüchtigen Begegnung schwer verletzt zurück lässt und was mich aber noch viel perfider und tiefgründiger verunstaltet wenn ich es, aus purem Selbsterhaltungsdrang versuche zu verneinen und vergessen, was ich damals mit einem eleganten kleinen Hüpfer hätte hinter mir lassen können durch das Wirken von Liebe und Respekt zum menschlichen Wesen und was dann zum immer tiefer werdenden Abgrund verkam, woran ich sowohl hätte zerbrechen wie auch sterben können, dies ist, so nehme ich an, sehr schwer nachzuvollziehen, für einen Jeden der nicht wirklich involviert gewesen ist oder sich mit der zerstörerischen Kraft eines Traumas bestens auskennt.

Soweit das Klagelied, mein Lamento, wie heute zu hören. Nun aber lass ich von der Konstruktion nicht endend wollender Sätze — so wie diese qualvolle Warterei nicht zu enden wollen scheint — und versuche zu benennen, was mich weshalb immer mehr verletzt hat, im Laufe der ersten 2 Jahre nach meiner „Therapie“ in der Harten Klinik. Ja, denn genau dies ist es, was ich den Wahnärzten dort vorwerfe: Die verweigerte seelische Grundhilfe nach den Auseinandersetzungen in der Klinik hat je länger je mehr Schaden in meinem Geiste angerichtet. Ich habe schon damals behauptet und tue es immernoch, dass ich nur einen ganz kleinen Teil meiner Traumatisierung hätte erleiden müssen — ja sogar noch nach den Zwangsmassnahmen mit Isolation und Zwangsmedikation! &mdash, wenn man zumindest ab meinem Verlassen der Klinik zu einem Umgang mit mir übergegangen wäre, wie man dies mit einem jeden ebenbürtigen, für „Ganz“ wahrgenommenen und mit ganz normalem Respekt begegneten Menschen. Zumindest im Rahmen einer zivilisierten Gesellschaft, welche man selbstverständlich im Umgang mit Menschen die eine höhere Ausbildung geniessen durfte erwarten würde, nicht wahr?

Dies war für mich der viel grössere Vertrauensbruch als eine Zwangsmassnahme die völlig aus dem Ruder geraten ist, zu der man steht und für die man sich einfach entschuldigt, wie es sich gehört. Es war der schlimmere Vertrauensverlust, weil sich die Verletzungen im Laufe der Zeit multiplizierten. Doch wie kann sowas sein? Nun, Tatsache ist, dass ich schon seit vielen vielen Jahren, völlig unfreiwillig, von einer Art rotem Faden begleitet wurde, einen Faden aus seltsamen Umständen, Begegnungen, Äusserungen, Beschuldigungen, aber auch aus diskreter und unterstützender Gesten gestrickt. Doch wenn man vor 20 Jahren bei diesen Eigenartigkeiten noch stark darauf achtete, dabei gar nicht wahrgenommen zu werden und als ganz normaler Teil des Alltags von mir erlebt zu werden, wurde der Umgang mit mir im Laufe der Jahre immer aufdringlicher, gewollt und offensichtlich in seiner Abnormität wahrnehmbar und sogar immer Feindseliger.

Da ich das Gefühl gehabt hatte zu der Zeit zu der ich mich in der Harten Klinik befand, wären die Karte nun endlich auf den Tisch gelegt worden, bin ich mit (wie sich herausstellte) verheerenden Annahme weg von der Klinik, ab nun sei Schluss mit den perversen und sadistischen „Eigenartigkeit“. Welch Missverständnis! Aber Max von der Bundespolizei hatte sich, wenn auch nicht offiziell, zu erkennen gegeben. Er hatte mir unmissverständlich dargelegt, dass er über grosses Wissen verfügte, was meine Biographie betraf. Ja, er konnte mir aus den Notizen meines Therapeuten detaillierte Sachverhalte schildern, wie ich sie dort erzählt hatte. Dieser Therapeut war der, von dem die Gelehrten in der Harten partout nichts wissen wollten. Max konnte mir aber auch erzählen wie ich die letzte 7 Neujahrsnächte verbracht hatte. Ich nahm ihm seine Bemühungen ab, mir zu zeigen, dass er genau wusste weshalb ich in der Klinik gelandet war. Ja, er gab mir das Gefühl, so ziemlich als Einziger, hinter mir zu stehen und meine Entscheidungen zu unterstützen. Als Einziger empfand ich ihn nicht als mir gegenüber offensichtlich feindselig eingestellt, ganz im Gegensatz zur Ärzteschaft in der Klinik. Und ausgerechnet diesen Menschen, Max von der Bundespolizei und den Ärzten, traute ich die Fähigkeit und die Mittel zu, schwerwiegende Entscheidungen treffen zu können, welche direkte Konsequenzen für mein weiteres Leben haben könnten. Zu dieser Zeit dachte ich noch, ganz naiv, alle Beteiligten wären nun auf der Bildfläche erschienen. Und deswegen konnte ich zur völlig abwegigen Idee kommen, so etwas wie Normalität könnte nun eintreten. Ich meinte, trotz meiner bevorstehenden Scheidung und dem Verlust der Arbeitsstelle, trotz der unvermeidbaren Tragödie die nun im familiären Kreis auf uns zukommen würde, trotz der Schikanen meiner Frau und ihre Versuche mein Sohn und mich zu entzweien, trotz all dem meinte ich wäre nun das Schlimmste vorbei.

Ja, die Liebe meines Lebens hatte sogar mein Weg gekreuzt und nach mich gerufen! Was wollte ich eigentlich mehr? Und, als unabdingbare Voraussetzung um dieses Geschenk des Schicksals überhaupt würdigen zu können und um schlussendlich als Gewinner aus all diesen doch schwer einschneidenden Veränderungen kommen zu können, meinte ich doch tatsächlich all der Wahnsinn ausserhalb der Psychiatrie, wie ich ihn Jahre lang erlebt hatte, würde nun ein Ende haben. Nichts hätte können falscher als diese Annahme sein! Das Gegenteil sollte geschehen!

Wenn ich bis anhin unzählige „merkwürdige“ Dinge im Laufe der Zeit erlebt hatte, mit denen ich aber irgendwie es geschafft hatte, fertig zu werden, wenn ich dachte abstruser als so könnte mein Leben auf keinen Fall werden... Nun. Alles, was bis anhin gewesen war, sollte sich wie Kinder-Geburtstag anfühlen, im Gegensatz zu dem, was noch auf mich wartete. Doch damit nicht genug: Während ich von einem Wahnsinn zum Nächsten getrieben wurde, kamen mir immer mehr Erlebnisse aus den vergangenen 20 Jahren in den Sinn und bei immer mehr Ereignisse wurde mir klar, welche unglaubliche Anzahl von Beziehungen und Ereignisse manipuliert wurden. Und jedes Mal, wenn ich vor meinem geistigen Auge meine „Therapeutin“ in der Harten Klinik sah und realisierte, wie sie über all diese Sachverhalte bestens Bescheid wusste und für mich eigentlich nichts als herablassenden, verabscheuenden Vorwurf übrig hatte, jedes Mal dass mir klar wurde, bis zu welch unwahrscheinlichem Masse ich niemals die geringste Chance in der Harten Klinik gehabt hatte, jedes Mal wenn mir klar wurde, dass ich nicht nur über viele viele Jahre gemobbt wurde sondern dass man mir dann auch noch völlig bewusst und in voller Absicht den Todesstoss verpasst hatte — sowohl von Doktor Y wie Doktor NO und Direktor Lanze, aber auch von meiner jungen „Therapeutin“ wurde ich regelrecht hingerichtet, ja.

So kam es, dass sich meine Traumata mit dem Vergehen der Zeit mehr und mehr verschlimmerte. Denn, zum Leid über die aktuellsten Ereignissen und den schmerzhaften Verluste dazu holten mich nun auch ununterbrochen Erinnerungsfetzen aus der Vergangenheit ein.

Und Max? Wo ich dummerweise davon ausgegangen war, jetzt wo er sich zu erkennen gegeben hatte musste doch zwangsweise wieder eine gewisse Ordnung eintreten, und sei es nur um die absolut grundlegendsten und wirklich minimalen Rechte eines jeden Menschen in einem Rechtsstaat wie der Schweiz zu gewähren. Doch ich war offensichtlich viel zu schnell mit meinen Gedanken und Schlussfolgerungen. Inzwischen verstehe ich, dass wenn man mich über so viele Jahre hatte mobben können und wenn man mich in der Harten Klinik all meiner Rechte entledigen konnte, einfach so, unter den Augen aller, dann war das Erscheinen von Max nicht das Ende der Aufräumarbeiten sondern viel mehr erst der Beginn. Tja, im Nachhinein ist man immer klüger.

Heute habe ich also, mehr als 5 Jahre nach den Ereignissen in der Harten Klinik, zum ersten Mal über die Dinge versucht zu erzählen, die zuvor geschehen waren. Heute erst bin ich überhaupt in der Lage mir vorzustellen, dies zu tun. Bis vor kurzem wäre dies völlig undenkbar gewesen. Und selbst heute Abend, während ich diese Zeilen geschrieben habe, hätte ich schon fast wieder aufgegeben. Es hat wirklich sehr wenig gefehlt. Obwohl ich genau weiss, ich muss da durch um, wie schon zuvor, die Traumata überwinden zu können, fällt es mir noch äusserst schwer darüber zu sprechen. Zum einen weil all der Wahnsinn bis heute nicht aufgehört hat. Zum anderen weil es ich gar nicht genau weiss mit wem ich es zu tun habe und hatte und weshalb: Ich kann nur Vermutungen stellen. Und ich merke, wie jeder Bereich meines Lebens tangiert ist: Von Freundschaften über Liebesbeziehungen, Privatleben also wie auch Berufsleben, ärztliche Versorgung und psychische Therapie, Drogensucht und Ferienreisen, Einbrüche bei mir zu Hause und bewaffnete Entführung im Ausland, Ignorieren einer Anzeige wegen Betrug bei der Zürcher Kantonspolizei woraufhin sich die Staatsanwaltschaft genau ein einziges Mal gemeldet hat und dann sein 5 Jahren nicht mehr, usw. usw. Ich kann es selbst kaum glauben, in diesem Augenblick in dem ich diese Liste schreibe, was alles unter die Räder von offensichtlich sehr gestörten Geister gekommen ist. Bei wem hat es begonnen und warum? Ich weiss es bis heute nicht. Wer hat da alles mitgemacht, in der Zwischenzeit? Ich weiss es nicht. All diese offenen Fragen machen es noch um ein Vieles schwieriger als damals, als ich Dampf über die Konflikte in der Harten Klinik abgelassen habe. Dort waren die Fakten erst gerade geschehen, ich hatte noch ganz klare Erinnerungen an alle Einzelheiten und ich spürte ganz klar, wie kein Weg vorbei an die „schreibende Selbst-Therapierung“ führen würde.

Und wenn ich heute erst einmal die ganzen Umstände zu schildern versucht habe, in denen sich die Dinge abgespielt haben, werde ich in der nächsten Zeit dann versuchen, konkrete Beispiele zu bringen. Ich werde versuchen es nachvollziehbar zu machen, wie mich Aussagen, Angriffe und Verletzungen aus der Gegenwart unweigerlich zu einem Ereignis, einer Aussage der Vergangenheit führt und wie ich erst jetzt die damalige Tat eines Mitmenschen als Anspielung, ja im schlimmsten Fall als Angriff erkennen, und wie ich erst jetzt eine Verletzung empfinde für Dinge, die vielleicht schon mehr als 10 Jahre zuvor geschehen waren.

Tönt verrückt... und ist es auch.