22 May 2013

gefährliche Verharmlosungen

 
BREAKING NEWS
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Man würde doch meinen, ganze 5 Jahren nach den „Zwischenfällen“ die mein Schicksal, gänzlich entgegen meinen Absichten, an das Schicksal einiger Subjekte aus der Ärzteschaft der Harten Klinik (also „Härteschaft“) gefesselt haben, man würde doch meinen, nach so langer Zeit könne es keine grossen Neuigkeiten mehr geben, nicht wahr? Doch das Gegenteil ist der Fall.

Gerade wurde uns ein Video aus privatem Besitz zugespielt, welches rein zufällig den Vorgang Dokumentiert, wie sich Doktor Y damals für eine ärztliche Laufbahn entschied. Aufgenommen wurden diese Bilder nach der berühmt-berüchtigten „Gelben Sintflut“ oder „Pisse-Sintflut“ im Südlichen-Zentral-Texas-Bayern-oder-dort-in-der-Nähe.


Doch sehen Sie selbst.




Für eine Karriere als Psychiater entschied sich Doktor Y erst nach dem er gerettet wurde und sich sicher sein konnte, er werde nicht sterben müssen. Als ihn weder die Fluten noch die Minoritäten umgebracht hatten, wollte er unbedingt dafür sorgen, dass seine Zukunft nie mehr vom Wohlwollen solch unterentwickelter Menschen abhängig sein dürfe! Auf keinen Fall dürfe es geschehen, dass diese Leute sich an die Macht setzten! Nach einigen Überlegungen kam er zum Schluss, der Beruf des Psychiater ermögliche ihm am Besten, diese Leute auf legale Art aus dem Verkehr zu ziehen, selbst dort wo sie schon völlig legal seine selbe Nationalität annehmen durften und versehentlich die selben Rechte wie er bekommen hatten. Selbst für diesen äusserst tragischen Fall gab es noch einen Weg, sich all dieser störenden Minoritäten zu entledigen: DIE PSYCHIATRIE.


An dieser Stelle muss ich noch eine Bemerkung machen. In der Hitze der Lyrik hatte ich einmal geschrieben, dass Doktor Y eine Schwulette sei. Diese Metapher hatte mir er selbst als Steilpass geliefert, als er sich über seine verpassten Chancen bei einer Sport-Karriere beklagte, und so liess ich mich zu diesem Bild verleiten. In Wahrheit ist es aber wichtig zu wissen, dass nichts entfernter von der Realität sein könnte, als Doktor Y als Schwulette zu bezeichnen. Man muss nämlich wissen, dass Doktor Y der grösste Schwulen-Hasser ist, den man sich überhaupt vorstellen kann. Radikale Bibel-Lesegruppen, die alle Schwulen und Lesben auf der Welt am Liebsten ins Gefängnis stecken würden um „eine Verbreitung der Krankheit“ zu verhindern, sind noch völlig harmlos im Vergleich zu Doktor Y. Dieser möchte all diese Menschen hinter Psychiatrie-Mauern wissen und er ist leider auch noch genügend schlau, um keiner Menschenseele von seinem Vorhaben zu erzählen: Er ist sich absolut bewusst, dass er für grosses Aufsehen sorgen würde, wenn jemand von seinem heimlichen Wunsch-Traum erfahren würde. Also hält er sich bedeckt und arbeitet sich langsam aber stetig voran. Denn es sind keineswegs nicht nur die Schwulen, die gefälligst aus dem Verkehr genommen werden müssten, nein, Doktor Y ist der Überzeugung, dass noch viele andere Randgruppen und gesellschaftlich Randständige ganz allgemein den „richtigen Menschen“, den NORMALEN und GESUNDEN wie er einer ist erspart bleiben sollten, sie nicht mit ihrer Anwesenheit beschämen und belästigen sollten. Er hasst Schwule, Süchtige, Labile, Leidende, Schwache, Unentschlossene, Unterprivilegierte, Ungebildete und viele viele mehr.

Leider ist das nun einmal so, mit unserem Doktor Y. Psychiatrie ist seiner Meinung nach mittel zum Zweck nicht um den Menschen zu helfen die in dessen Mühlen gelangen, nein, um der Gesellschaft einen Dienst zu erweisen und diese Menschen endlich aus dem Verkehr zu nehmen.

Sie meinen, was ich hier schreibe sei nun aber wirklich derb und gehe zu weit? Sie meinen, dies sei definitiv zu HART? Nun, dieser Meinung war ich auch, bis vor einiger Zeit, inzwischen musste ich sie aber revidieren.

Zugegeben: Doktor Y ist ein recht extremer Fall. Dennoch ist er ein extremer Fall, der in einer kantonalen Klinik beschäftigt wird, der Vorgesetzte hat die für sein Handeln Verantwortung übernehmen müssten (wenn man in der Psychiatrie generell Verantwortung übernehmen müsste, doch dies ist schon wieder eine andere Geschichte, vielleicht). Doktor Y mag nicht die Regel sein, doch schauen wir uns einmal den psychiatrischen Alltag in der Schweiz an und sehen wir ob die Regel wirklich so viel besser aussieht, wie man eigentlich erwarten würde wenn man sich noch nie zuvor mit dieser Thematik auseinandergesetzt hat.

Wir alle kennen eine ganze Reihe von Wörtern, die im Laufe der letzten 20 Jahren „verboten“ wurden, zum Tabu erklärt, und an deren Stelle neue „politisch korrekte“ Bezeichnungen eingeführt wurde. In den meisten Fällen ist dies auch unproblematisch und ein einfaches Zeichen von Respekt gegenüber bestimmten Gruppen von Menschen. Leider kommt diese Tendenz zur Entschärfung alltäglicher Bezeichnungen auch dort zum Zuge, wo es eindeutig nicht um Respekt vor Menschen, Minderheiten, Rassen, Krankheiten, usw. geht, sondern schlicht und ergreifend um die reine Verharmlosung sozial kontroverser Themen, ja sogar alltäglicher Praktiken, die sozusagen am Rande der Gesellschaft, weit weg von der allgemeinen Aufmerksamkeit oder den Bildern einer Tagesschau, angewendet werden. Die Begriffe werden verharmlost damit, sollte einmal darüber gesprochen werden, nicht schon die Benennung der Tatsachen das unangenehme Gefühl aufkommen lässt, das man lieber verdrängt.


Ein Beispiel aus dem psychiatrischen Alltag, das Tausende Male im Jahre schon nur hier bei uns in der kleinen Schweiz bittere Realität für Tausende von Menschen wird.

Die heutige Bezeichnung
FU
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Fürsorgliche Unterbringung


Bis vor wenigen Jahren aber hiess die genau gleiche Massnahme noch
FFE
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Fürsorglicher Freiheits-Entzug


Hier noch kurz die Bezeichnung, die meiner Meinung nach den Tatsachen entsprechen würde
EEFFEE
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Einschneidend Entwürdigende Fürsorgliche Freiheit-Entzugs-Eskalation




Die „Fürsorgliche Unterbringung“ kann von einem Psychiater verordnet werden, ohne dass dieser den „Patienten“ jemals weder gesehen noch gesprochen hat. Dies kann nicht nur so gehandhabt werden, nein, es wird auch so gehandhabt. Hier bei uns in der Schweiz. Immer wieder. Tag für Tag.

Dies ist nur ein ganz kleines Beispiel aus einer Parallel-Welt, die der Schweizer Bürger eigentlich gar nie zu Gesicht bekommt und die ihm auch ganz bewusst vorenthalten oder „erspart“ wird. Leider geschehen in diesem Parallel-Universum aber auch Dinge, die Herr und Frau Schweizer niemals für möglich gehalten hätte, gehen sie doch davon aus, dass in unserem schönen und reichen Land ein jeder Schweizer ganz klare Grundrechte hat, die ihm nicht genommen werden können. Tatsache ist aber, dass ein psychiatrischer Patient in der Schweiz schnell viel weniger Rechte als ein jeder Häftling, ob Kinder-Schänder oder Mörder, zugesprochen bekommt, selbst wenn er nicht eine objektive, reale Bedrohung darstellt. Oft reicht schon das Stören der sogenannten öffentlichen Ordnung, um sich von einer Minute auf die Nächste als Häftling ohne Rechte in einem Parallel-Universum ohne Justiz wiederzufinden.

Man hat mühe, solche Äusserungen zu glauben, ich kenne das. Ich selbst hatte grösste Mühe, mir der nackten Realität bewusst zu werden. Leider sieht die Realität aber recht schmucklos und sehr effizient aus. Die Psychiatrie ist für den Umgang mit Patienten was eine Zollfreilager für den Handel mit Gütern sind: Eine quasi rechtsfreie Zone in der Business gemacht wird, ein Business der wie geschmiert läuft und der keine Störfaktoren toleriert, sind deren Vermeidung und jegliche Vorkehrung zu diesem Zwecke doch grundlegender Teil dieses Geschäftsmodells.



Wer sich auch nur ein bisschen informiert, kann ziemlich schnell erfahren, wie die Geschichte der Psychiatrie ausgehen hat, woher sie gekommen ist und woraus sie sich entwickelte und was noch heute die grundlegenden Übel daran sein könnten. Bezüglich Geschichte, wäre da z.B. die Deutsche Psychiatrie in der Nachkriegszeit und wie sie nahtlos von den selben Menschen geleitet wurde – und zwar auch in den höchsten Positionen und Gremien des Landes – die kurz zuvor noch Euthanasie und Ausrottung bestimmter Gruppen und Völker, die Arbeitsabläufe und Wissen für die Hinrichtungen in den Gaskammern entworfen und angeeignet hatten. Gerade ist man in Deutschland dabei, die Weiterbeschäftigung sämtlicher Richter und Staatsanwälte mit eindeutiger Nazi-Vergangenheit in der Nachkriegszeit zu untersuchen. Betreffend Psychiatrie sind diese Missstände und die Nähe der Ärzteschaft zum Völkermord noch nicht aufarbeitet worden. Aber nicht nur. Geschichte und Gegenwart der Psychiatrie auf globaler und nationaler Ebene sind von Missbrauch, Willkür und vielen vielen Missständen durchdrungen.


 
 
 
 

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