24 July 2011

Max und die Klaviere

 
Eine Umzugs-Firma lässt gerade einen grossen Konzert-Flügel abseilen, oberhalb meiner Haustüre. Da kommt ein Polizist auf mich zu und gibt mir, Witze machend, zu verstehen, jemand habe eigentlich geplant, das Klavier auf meinen Kopf donnern zu lassen. Er fragt mich ob es nicht lustig sei, dass der Chef dieser Firma derart wahnsinnig sei, mich A) töten zu wollen und B) auf eine so clichéartige Weise. Ich lache erleichtert mit dem Polizisten und gehe davon aus, die Polizei habe nun die ganze Angelegenheit unter Kontrolle. Der Polizist scheint aber vergessen zu haben mir mitzuteilen, dass um die nächste Ecke schon das nächste Klavier in 10 Metern Höhe auf mich wartet. Als ich nur knapp diese zweite Attacke überlebe und dann, völlig verdutzt, beim Polizisten reklamiere, macht sich dieser irgendwie noch über mich lustig, dass ich nach der ersten Warnung noch so unvorsichtig um die Ecke laufen konnte.

In der Zwischenzeit kann ich die Klaviere gar nicht mehr zählen, die "vom Himmel" gefallen sind. Ich lebe zwar noch, bin mit meinem Leben aber hin und wieder nur knapp davon gekommen. Und die Klaviere, die reihen sich inzwischen, auf dem Pflaster zerschmettert, den ich hinter mir gelassen habe. Selbst als ich mich auf ein Boot aufs offene Meer flüchtete, fielen noch Klaviere. Das eine oder andere schwimmt noch, auf hoher See.

Ich glaube wirklich nicht, mich bei Max gross verschätzt zu haben. Dennoch wundere ich mich schon noch, ja ich bin (seit nun mehr als 3 Jahre) auf seine Erklärung gespannt, was das zweite, das dritte und auch all die weiteren Klaviere angeht. Die Witze waren wirklich gut, Max, beim ersten Klavier. Bei zweiten schon weniger. Irgendwann hatte ich sie aber nur noch als Sarkasmus in Erinnerung, obwohl sie ursprünglich nicht so gemeint waren. Gute Witze wurden zu sehr sehr schlechter Unterhaltung gemacht. Schlimmer: zu purem Zynismus. Ja, ich bin gespannt, etwas über das Mitwirken und Zuschauen der Polizei zu hören, was all diese Klaviere angeht. Ich bin wirklich gespannt zu hören, was Kanton und Bund hier für eine Rolle spielten und spielen. Und während diese Spielen, bin ich der Leidtragende. Die Junge Dame. Ihre Familie. Mein Sohn. Meine Mutter. Ich meine: Wir können uns schon noch auf das Funktionieren des Rechts-Staates verlassen, nicht wahr, Max? Welches Geheimnis konntest du mir nicht verraten, was mir das Leben so viel einfacher hätte machen können? Ich frage mich, wie vielen Klaviere ich noch ausweichen muss. Weshalb würde es mich ziemlich ärgern aber nur wenig überraschen, wenn schon am Montag das nächste Klavier auf mich warten würde? Wie viele noch? Wie oft muss ich mich noch aufregen ohne etwas dagegen machen zu können? Was meinst du, Max?



Aguaplano  ==  Paolo Conte

Un aeroplano,
nell’aria bionda e calda, vola piano
lascia un bel mondo dal colore baio,
dove c’è il fiume di gennaio.

Scendi, pilota,
fammi vedere, scendi a bassa quota,
che guardi meglio e possa raccontare
cos’è che luccica sul grande mare.

Ne sono certo:
è proprio un pianoforte da concerto,
dal suono avuto dal mistero,
un pianoforte a coda lunga, nero.

Certo c’è stata,
laggiù, una storia molto complicata,
ci va una bella forza per lanciare
un piano a coda lunga in alto mare.

E dove c’è un piano,
intorno c'è sempre gente che fa baccano,
ci sono occhi che si cercano,
ci sono labbra che si guardano.

Non mi fido,
in certi casi un pianoforte è un grido,
ci sono gambe che si sfiorano
e tentazioni che si parlano.

Gira pilota,
recuperiamo il cielo ad alta quota,
torna nel mondo dal bel colore baio,
trovami il fiume di gennaio.




Ich wollte weg, von Rio De Janeiro... Ich hatte dem Piloten gesagt, er soll umdrehen... Ich wollte weg...