08 June 2011

8. Juni 2011

 
Doris Leuthard hat es heute in der Debatte über Energie im Parlament, zu Recht, Toni Brunner gegeben. Er ist mit den üblichen Plattitüden der SVP gekommen, mit dem Gespenst von 8 Mio. Tonnen CO2 Ausstoss durch Gas-Kraftwerke, mit der Abhängigkeit vom Ausland, mit Blablabla... Gefallen hat mir die Antwort von Doris Leuthard auf die Auslands-Abhängigkeit: Heute liegt sie bei der Gesamt-Energie bei mehr als 80%! Damit ist ziemlich alles gesagt, oder? Die Förderung von Effizienz und von erneuerbaren Energien werden nämlich den Verbrauch von Heiz-Öl drastisch reduzieren. Am schlimmsten war aber — und ich hatte nichts anderes erwartet — Christian Wasserfallen von der FDP mit seiner Lehrstunde, der uns demnächst noch die Rückkehr ins Mittelalter prophezeien wird. Peter Spuhler hingegen hatte vernünftige und berechtigte Argumente: Es ist absolut verständlich dass er sich Sorgen um seine Arbeitsplätze macht und man kauft ihm auch ab, dass er an das glaubt was er am Mikrophon verzapft. Es gibt tatsächlich Bereiche, bei denen eine minimale Änderung des Strompreises grosse Auswirkungen haben könnte. Doris Leuthard hatte aber auch schon früher betont, dass sich der Bundesrat dessen bewusst sei und dass man für bestimmte Branchen natürlich spezifische Lösungen wird finden müssen. Ganz ohne Änderungen wird der Ausstieg aus der Atom-Energie aber nicht über die Bühne gehen können.

Was auch immer alles gesagt wurde, der Entscheid ist getroffen. Und dies ist gut so. Die, die uns Angst machen wollen, beschwören nun alle "wahren Schweizer", mit ihren Träumereien aufzuhören. Und wenn ein Christoph Blocher in der Arena einzig spöttisches Gelächter übrig hat für einen Kollegen der von Häusern spricht, die mehr Energie produzieren als sie verbrauchen, wenn er daraufhin nur ausruft "Das sind Träumereien, das sind nichts als Träumereien!", dann ist die Wahrheit vielleicht eine Andere: Vielleicht sollten diese Herren langsam aufwachen und realisieren, dass die Zeichen der Zeit geändert haben, vielleicht sollten sie langsam erwachen von ihrem Traum, in 2 Jahre werde das Volk wieder kompakt hinter Atom-Energie stehen. Das ist vorbei! Sollte Atom-Fusion wirklich kommen: Das Gesetzt ist dann schneller geändert als die Katastrophe in Japan dauerte. Bis dann, sollten Moneten und Hirn-Schmalz in erneuerbaren Energien fliessen.

So ist ein weiterer Tag in Bern vergangen, ein Tag der Anlass zur Hoffnung gibt.